Korndeichs Land (Norden)

Ausgewählter Flurname:

Korndeichs Land


Gemarkung:

Norden

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Korndeichs Land (Norden)


Erklärung des Flurnamens:

Das Land hat seinen Namen von dem nördlich verlaufenden Korndeich bekommen. Der Korndeich ging um die alte Gaste der Stadt Norden und ist in weiten Strecken noch heute erhalten. Eine bauernrechtliche Vorschrift des 18. Jahrhundert besagt: "auf der Gasten und was innerhalb des Korndeiches liegt, darf niemand losgehendes Vieh am Weg wieden". Das Ackerland war zum Schutz gegen das weidende Vieh mit einem Deich umgeben. Alle Ländereien, die binnen des Korndeiches lagen, waren deichfrei. Deichfreiheit wurde anerkannt, wenn sie aus der Höhenlage des Ortes abgeleitet wurde, zuerst der 3 Fuß-Grenze über ordinärer Flut, später zur 6 Fuß-Grenze. Der Korndeich wird schon seit Besiedlung der Norder Sandbauernschaft seinen Ursprung gehabt haben (1).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Korn

nnd. koren, kôrn, afries. korn, Getreide



2. Deich

Deich, Schutzdamm, Seedamm; "Diek, Deich auch in Namen für erhöhte, feste Wege in feuchtem Gelände."



3. Land

mnd. lant, nnd. Land, "Land"; "Meint im allgemeinen Ackerland, nicht Grünland."



Quellen:

(1) Gretje Schreiber, Der alte Korndeich von Norden, Manuskript 2011.
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 329
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 114; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 296
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 134


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 14.06.2011

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