Sägemühle (früher) (Norden)

Ausgewählter Flurname:

Sägemühle (früher)


Gemarkung:

Norden

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Sägemühle (früher) (Norden)


Erklärung des Flurnamens:

Den Herrlichkeitsbesitzern stand nicht das Recht zu, neue Mühlen in ihren Herrlichkeiten ohne landesherrlichen Konsens anzulegen. Als 1717 der Freiherr von Knyphausen in Lütetsburg zu der Roggen- und der Peldemühle eine Sägemühle zu bauen begann, untersagte die landesherrliche Kanzlei den Weiterbau. Zu Inn- und Knyphausen ließ den Prozess daraufhin an das von der Landesherrschaft relativ unabhängige Hofgericht verweisen, wo aber die Sache dann versandete (1). Der Straßenname "An der Sägemühle" erinnert noch heute an den Standort der früheren Sägemühle. Die Mühle war "44 Fus hoch, hat eine Weite von 14 Fus, ist mit Holz umkleidet und hat eine Höhe von 75 Fus." (2) Das Windgeld für die Paltrockmühle, welches 10 Reichstaler betrug, war an den Herrlichkeitsbesitzer zu zahlen. Die Mühle führte 1820 keine Steine, sondern drei Gänge. Als Mahlgeld war für das ordinäre Holz per Fuß 1 1/2 Stüber zu zahlen (3). 1826 wird die Mühle neu erbaut. Sie behält ihre alte Größe, ein Sechskant und ist dicht abgekleidet.
Die Mühle wurde um 1919 "warm" abgebrochen, das heißt nicht etwa durch Brandstiftung, sondern die Ständer der Mühle wurden einseitig abgebrannt und dadurch wurde dann die Mühle zum Einsturz gebracht.


Quellen:

(1) Gretje Schreiber, Mühlengeschichten in und um Norden, Manuskript 2012, (2) StAA, Rep. 39, Nr. 117, (3) StAA, Rep. 6, Nr. 3178.


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 03.08.2017

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