Westgaste (Norden)

Ausgewählter Flurname:

Westgaste


Gemarkung:

Norden

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Westgaste (Norden)


Erklärung des Flurnamens:

Im 10. Jahrhundert ergriff der Bremer Diözesan von diesem Raum Besitz und gründete als seinen Stützpunkt hier im Zentrum der Sandbauerschaften Ekel, Lintel und Martensdorf, die Andreaskirche. Die Bauernschaft Martensdorf fiel später wüst und wurde durch (West-)Gaste ersetzt. Die Westgaste wird dann auch "Hohe Gast" genannt. Sie ist eine der ältesten frühgeschichtlichen Siedlungen auf der Norder Geest. Schon in alter Zeit bestand das am höchsten gelegene Land aus leichtem, meist fruchtbaren Sandboden, der sich insbesondere für den Anbau von Roggen gut bearbeiten ließ. Zu jeder Bauernschaft gehörten auch am Rande zur Marsch gelegene Wiesen und Weiden. Der 3. Teil ist Allgemeinbesitz (Allmende), welcher auf der Westgaste das Mahnland und das Westgasterland ist (1).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Gaste

afries. gāst, gēst f., „Geest“; mnd. gêst, gast, f., „das hohe trockene Land im Gegensatz zu den Marschniederungen“. – „Oft in Namen für den Altacker eines Dorfes."



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 83; Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 26; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 120
(1) Gretje Schreiber, Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript 2011. Hajo van Lengen, Friesische Landes- und Stadtgemeinde im Mittelalter. Der Fall Norden/Ostfriesland, in: Bünde - Städte - Gemeinden, hrsg. von Werner Freitag und Peter Johanek, Köln Weimar Wien 2009, S. 165-201.


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 01.08.2017

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