Alte Moorstücke (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Alte Moorstücke
( Oll Moor )

Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Alte Moorstücke (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Wenn man auf dem "Alter Moorweg" Richtung Süden die Bahnlinie passiert hat, erreicht man die Flur "Alte Moorstücke" oder "Oll Moor". Das Grünlandgebiet liegt durchschnittlich mehr als 1,0 m ü. NN und damit auch einen Meter höher als der größte Teil der übrigen Flächen des Nortmoorer Hammrichs. Aus diesem Grund gab es hier kaum winterliche Überschwemmungen wie im übrigen Hammrich. Dadurch blieb auch eine Kleiablagerung, wie sie für den flußnahen Hammrich typisch ist, weitgehend aus.
Im Ergebnis haben wir hier einen reinen Niederungsmoorboden aus verschiedenen pflanzlichen Sedimenten, in Abhängigkeit von der Entstehungszeit seiner Bodenschichtung. Weil die Gemeinde Nortmoor über kein eigenes Torfmoor (Hochmoor) verfügt, wurde bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts dieses Niederungsmoor teilweise abgebaut und für den Hausbrand verwendet. Quelle: Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, Bd. 6, S. 55 (StAA Rep. 230 Nr.118)
Die Flur "Alte Moorstücke" war Teil der Gemeindeweide Westende, die erst 1818 vermessen und den Nortmoorer Heerden zugeteilt wurde.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Moor

afries. mor, „Moor“; mnd. môr, „Moor, feuchter, sumpfiger Landstrich, wilde unzugängliche Sumpfgegend, insbes. als Torfmoor wirtschaftlich wichtig“



2. Stück

mnd. stücke, n., „Acker, Feld, Flurstück; Grundstück“; nnd. Stück, n., „Abteilung eines Feldes“



Quellen:

Holthausen, F. (1925). Altfriesisches Wörterbuch. Heidelberg 1925, S. 73; Lasch, A., & Borchling, C., Mittelniederdeutsches Handwörterbuch. Fortgf. v. G. Cordes und D. Möhn, Neumünster 1987, Bd. 2, Teil 1, Sp. 1015
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 148


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 17.07.2015

Projektpartner