An den Zwischenkramen (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

An den Zwischenkramen


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

An den Zwischenkramen (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

In Verlängerung des der Uppingaburg angrenzenden "Holz- und Fennenlandes" Richtung Süden finden sich die Flurnamen "Zwischen Kramen" und "An den Zwischenkramen". An diesem Standort haben wir reinen Dargboden in tiefer Lage. Die Flächen dienten daher als Mähwiesen (Meeden) zur Heugewinnung.
Diese Nutzungsform mag auch zu dem Flurnamen "Zwischen Kramen" geführt haben. Vor Erfindung der Mähmaschinen wurden die Meedeflächen mit der Sense geschnitten. Es war in hiesiger Gegend verbreitet, dass diese Arbeit verdungen und von kleinen Mähergruppen übernommen wurde. Diese schlugen häufig unmittelbar an der Wiese ein Zelt auf, um darin ihre kurzen Nächte und die Zeit der größten Mittagshitze zu verbringen.
Von Zeitzeugen wurde berichtet, dass noch bis zum Ersten Weltkrieg ab Mitte/Ende Juni eines jeden Jahres überall im Hammrich diese Mäherzelte auftauchten. Da ein solches kleines Leinenzelt auch als "Kram" bezeichnet wurde, hat das möglicherweise zur Namensgebung für diese Meedeflächen geführt.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Kram

Leinenzelt bzw. Bude od. Verschlag von Holz - Nd., nld. Kraam; mnd. Krame, Kraeme od. Kram, Kraem; wfries. Kraem; ahd. Chram, Cram; mhd. Kram, Krame, Kraeme, Kreme



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 343


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 12.10.2015

Projektpartner