An und in dem Brunnen (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

An und in dem Brunnen


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

An und in dem Brunnen (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Das hier "An und in dem Brunnen" bezeichnete Grundstück westlich der Immegastraße wurde auch "Brunnacker" genannt. Im Jahr 1774 erwarb es der Kolonist Johann Hinrichs aus Nortmoor in Erbpacht und baute darauf ein Siedlerhaus. Er war damit der erste Anbauer im Nortmoorer Ortsteil Heide. Später nahm dieser Siedler wegen der Lage seines Anwesens auf dem "Brunnacker" den Namenszusatz "Brunn" als Familiennamen an, verzog 1785 an den Postweg von Leer nach Aurich (heute B436) und war in der Folge Namensgeber für den heutigen Nortmoorer Ortsteil "Brunn".
Die Bezeichnung "Brunnacker" ist einer Besonderheit dieser Flurlage geschuldet, denn hier traten nach verschiedenen Überlieferungen Wasserquellen oberirdisch zu Tage. So erwähnt Friedrich Arends in seiner "Erdbeschreibung des Fürstentums Ostfriesland und des Harlingerlandes", Emden 1824, S. 189 u. a. zu Nortmoor: "Ein Brunnen ... befindet sich in dem Gehölz ... welcher selbst in der trockensten Witterung reichlich fließt." Und Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, Bd. VI, S. 18 erklärt: "Das Grundstück hatte den Namen Brunnäcker deshalb, weil in diesem Gebiet reichlich vorhandene Quellen oberirdisch zu Tage treten."


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Brunnen

nnd. brunne, „ein Born, bz. eine zu Tage tretende Quelle“



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 240


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 28.07.2015

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