Auf der Hölle (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Auf der Hölle


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Auf der Hölle (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Im Bereich nördlich des Düsterweges und westlich des Münkeweges findet sich der Flurname "Hölle" bzw. "Auf der Hölle". Die Bezeichnung "Hölle" scheint einem häufiger vorkommenden "Übersetzungsfehler" bei der Erstaufnahme der Flurbezeichnungen anläßlich der Hannoverschen Grundsteuervermessung etwa im Jahre 1830 zu entspringen. Danach dürfte es so gewesen sein, dass der befragte Nortmoorer Bauer den Flurnamen in seiner niederdeutschen Sprache "Up Hol" genannt und der Hannoveraner Beamte im Flächenmanual in gutem Hochdeutsch "Auf der Hölle" niedergeschrieben hat (StAA Rep. 87 III, Nr. 73, Ziffer 20).
Dabei wurde verkannt, dass es sich bei einem "Hol" um ein Entwässerungsbauwerk in Form eines ausgehöhlten Baumstammes handelte. Dieser wurde unterhalb eines Weges eingebracht, um den Abfluß des Niederschlagwassers zu gewährleisten, wenn ein quer zum Geländegefälle verlaufender Weg den Abfluß behinderte. Im vorliegenden Fall befindet sich auch heute noch im Zuge des Mitzmarschlootes eine Verrohrung, die diese Aufgabe der Unterquerung des Düsterweges übernimmt.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Hol

mnd. hol, hohl; Höhle, Loch; „spec. die Höhle für den Waßerabfluß, eine quer unter den Weg gelegte, aus einem hohlen Baumstamme oder aus Bohlen oder Steinen bestehende Öffnung“; „bei den Friesen auch die Rauchhöhle, - öffnung, Schornstein



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 285


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 17.08.2015

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