Auf der Meente (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Auf der Meente


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Auf der Meente (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

"Auf der Meente" wurde ein größeres Grundstück genannt, das sich im Bereich des Bahnhofs von der Dorfstraße nach Süden bis an den dort verlaufenden Nebenzugschloot erstreckte. Der Begriff "Meente" sagt aus, dass sich diese Fläche in der Ortsmitte im Gemeineigentum der gesamten Bauernschaft befand. Die Karte der Landesaufnahme von 1898 zeigt, dass dieses Areal von Hecken und Baumreihen eingefasst war. Möglicherweise stellte es eine Art Dorfanger dar. Durch den Bau der Eisenbahnlinie Leer - Oldenburg im Jahre 1867 wurde die Fläche durchschnitten und für die Schienentrasse, das Bahnhofsgebäude und Nebenanlagen in Anspruch genommen. Die verbliebenen Restflächen sind inzwischen teilweise anderweitig bebaut oder werden als Grünland genutzt.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Meente

afries. mêne, „gemein, allgemein, gesammt, ganz; gemeinsam, gemeinschaftlich; gemein, gewöhnlich“; mnd. mene, f., „Gemeinschaft“, auch: „gemeinschaftlich“; mnd. meinde, f., „Gemeinbesitz, gemeinschaftlicher Landbesitz“; nnd. mên, mêne, „gemein, gemeinsam, gemeinschaftlich, bz. sämmtlich, zusammengehörig, gesammt“; nnd. Meinte, f., „eig. die Gemeine, dann aber das Gemeinegut, nam. der gesammte Grundbesitz an Äckern, Weiden, Ängern und Forsten, welche einer ganzen Gemeine gehören“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 3, S. 65; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 589; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 136


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 19.10.2015

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