Bei der großen Vringe (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Bei der großen Vringe


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Bei der großen Vringe (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Im niederdeutschen Sprachgebrauch: Bit groote Vring. Das Flurstück mit dem Namen "Bei der großen Vringe" befand sich südlich des Pillkampsweges, westlich der Kreuzung mit dem Aalkampsweg. An dieser Stelle betrat man die Gaste auf dem Pillkamp über die damalige Hauptzuwegung. Das dort erforderliche Tor (Vringe) war daher breiter als an der Chausse mit ihrem schmalen Weg und der kleinen Vringe.
Solche beweglichen Wegsperren befanden sich üblicherweise dort, wo ein Weg den Gastenwall unterbrach, der die Kulturen der Ackers vor dem frei laufenden Vieh auf der Gemeindeweide schützen sollte. Sie wurden von der Bauernschaft errichtet und unterhalten. Der Zugang zu den Flächen war durch eine "Satzung" (Bauerrolle) geregelt.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Vringe

wringe, wring, ein drehbares Etwas, bz. eine drehbare Barriere (drehbares Heck oder drehbarer Verschluß ) eines Ackers od. einer Weide etc., bestehend aus zwei Balken od. schweren Riegeln, wovon der obere sich auf einem in dem Boden befestigten Pfahl dreht, während der untere denselben halbringförmig umschließt und mittels Querstäben an den oberen angeschlossen und befestigt ist.



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 576


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 16.07.2015

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