Brunn (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Brunn


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Brunn (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Im äußersten Nordwesten der Gemarkung Nortmoor befindet sich der Ortsteil "Brunn". Dieses Gebiet gehörte ursprünglich zur Gemeindeweide der Bauernschaft Nortmoor-Westende. Das Gelände grenzt im Westen an die Gemarkung Logabirum, im Norden an Brinkum, im Süden an den Ortsteil Pillkamp und im Osten an die Gaste. Im Nordwesten wird der Ortsteil durch den alten Postweg von Leer nach Aurich, die heutige Bundesstraße 436 durchschnitten. Bei den Flächen handelt es sich überwiegend um hoch gelegenen (bis 8,50 ü. NN) sandigen Boden.
Als Folge des Urbarmachungsediktes des Preußischen Königs aus dem Jahre 1765 mußten die Gemeinschaftsweiden, die häufig, wie auch hier, überwiegend aus unkultivierten Heideflächen bestanden, geteilt und kultiviert werden. Wenn dies nicht geschah, sollten solche Flächen für die Ansiedlung von Kolonisten zur Verfügung stehen. Daher stellte der Nortmoorer Einwohner Jan Hinrichs Brunn bereits im Jahre 1783 den Antrag, ihm eine Siedlerstelle zuzuweisen. Zwar sträubten sich die Nortmoorer Interessenten zunächst gegen dieses Anliegen, aber schließlich wurde dem Antragsteller im Januar 1785 westlich des Postweges nach Aurich eine Kolonatstelle eingemessen und übertragen. Im Jahre 1800 erhielten zwei Söhne des ersten Siedlers die Genhmigung zur Errichtung weiterer zwei Ansiedlerstellen in unmittelbarer Nähe zu dem ersten Kolonat. Damit hatte sich auch der heute bestehende Name für den später hier entstandenen Ortsteil "Brunn" durchgesetzt, wenn auch die weitere Besiedlung am Bruntjer Weg erst ab etwa 1850 erfolgt ist.
Inzwischen befinden sich in diesem Ortsteil von Nortmoor zwei größere zusammenhängende Wohnbaukomplexe und am Nordrand, an der Ende des 20. Jahrhunderts entstandenen Autobahn, ein großes, immer noch expandierendes Gewerbegebiet.
Quelle: Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, 1995, Bd. 6, S.10-28, StAA Rep. 230, Nr.118


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 30.08.2015

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