Colonistenweide (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Colonistenweide


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Colonistenweide (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Im äußersten Nordwesten der Gemarkung, westlich der Bundesstraße 436, befindet sich ein kleines zu Nortmoor-Brunn zu rechnendes Gebiet, das als "Kolonistenweide" bezeichnet wird. Hier befand sich bis vor wenigen Jahren noch ein landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb, der inzwischen aufgegeben wurde. Der südliche Teil davon ist schon seit Jahren, wenn auch Nortmoorer Grund, Bestandteil des Logabirumer Forstes.
Die "Kolonistenweide" war ursprünglich Bestandteil der Gemeinheitsweide. Sie wurde jedoch bei deren Teilung ausgespart und zunächst ungeteilt für Kolonisten und Siedlungswillige zurückbehalten und später an diese abgegeben. Quelle: Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, Bd.6, S.28


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Kolonie

„Kolonie, lat. colonia, Vorwerk, Ansiedlung außerhalb des Mutterlandes, Kolonie. […] In Ostfriesland beginnen seit der Mitte des 18. Jahrhunderts Kolonisten mit der Urbarmachung der Ödlande, Heiden und Moore. Rechtsgrundlage ist das 1765 von Friedrich dem Großen erlassene Urbarmachungsedikt, das Ödländereien zu Staatseigentum erklärt und die innere Kolonisation in Ostfriesland vorantreibt. Die Kolonate werden den Kolonisten/Anbauern unter Einhaltung von Auflagen und Zahlung eines Zinses nach Freijahren in Erbpacht verliehen.“



2. Weide

mnd. weide, f., „Weide, Futter, Nahrung; Weideplatz“; nnd. Weide, Wei, f., „die Weide, Stelle, wo zum Abgrasen bestimmtes Futter für gewisse Haustiere wächst“



Quellen:

Herzog, Christa, Die Flurnamen der Gemarkung Wiesede – Ostfriesland. Beiträge zu ihrer Deutung. Aurich 2009, S. 28
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 154


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 01.07.2015

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