Düsternweg (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Düsternweg


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Düsternweg (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Der "Düsternweg" beginnt im Osten etwa in Höhe der früheren Münkeburg an der Dorfstraße. Nach einem kurzen Teilstück in nördlicher Richtung wendet er sich nach Westen, verläuft zunächst parallel zur Dorfstraße um ab der Ortsmitte nach Nordwesten zu verschwenken. Schließlich erreicht er im Ortsteil Brunn die Bundesstraße 436. Wenn der "Düsterweg" heute auch nur gering ausgebaut ist, um nicht als Durchgangstraße genutzt zu werden, ist er doch ein sehr alter und wichtiger Verbindungsweg. Er befindet sich in voller Länge am Fuß des Geestrückens nördlich der Ortslage. Er ermöglichte damit den Zugang zu den Ackerflächen, bevor mit der Gasteverkoppelung des Jahres 1905 die innere Erschließung durch zahlreiche kleinere Wirtschaftswege erfolgte.
Die Bezeichnung "Düsterweg" ist in Ostfriesland recht häufig anzutreffen. So findet sie sich in der benachbarten Flur von Holtland. Auch hier erfüllt der Weg die gleiche Funktion wie in Nortmoor: Ein Geestrandweg zur Erschließung der Gasteflächen.
Zur Wortbedeutung "düster" soll auch auf die Erläuterung von Doornkaat Koolman Bd. I, S.367f. hingewiesen werden, wo u.a. "düster" mit "staubig, neblig" (engl. dust) erklärt wird. Die gleiche Verwendung findet sich bei Otto Buurman, Hochdeutsch-plattdeutsches Wörterbuch, Aurich 1993, Bd. 9, S.430: staubig = düsterg.
Dieser Ansatz erscheint einleuchtend wenn man sich vor Augen hält, wieviel Staub durch die zahlreichen Pferdefuhrwerke zur Erntezeit auf den Sandwegen aufgewirbelt worden sein mag.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. düster

mnd. duster, nnd. düster, „düster, finster“; 1. „Hinweis auf (trübe, moorige und daher) dunkle Farbe von Wasser, Boden.“ 2. „schauerlich“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 604; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 116


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 07.08.2015

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