Das neue Land (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Das neue Land


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Das neue Land (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Östlich angrenzend an die Flur "Feldackergaste" fand sich ein Flurstück mit der Bezeichnung "Das neue Land", niederdeutsch: "Dat nee Land". Es unterschied sich vom "Feldacker" und auch von der übrigen Nortmoorer Gaste dadurch, dass es mit einer Wallhecke umgeben war. Das machte auch Sinn, weil es bis 1818 an die Gemeindeweide grenzte und ohne Wallschutz sicherlich, trotz Viehhirte, von der frei laufenden Viehherde mit überweidet worden wäre. Andererseits ist das Bestehen des Walles ein sicheres Zeichen dafür, dass sich dieses Grundstück bereits vor 1818 in Privatbesitz befand und nicht der Allmende angehörte. Der Flurname "Das neue Land" ist andererseits ein Hinweis darauf, dass die Fläche später als die weiter östlich gelegenen Grundstücke der Nortmoorer Gaste kultiviert und in Privatbesitz genommen wurde.
Heute ist "Das neue Land" Teil des großen Gewerbegebietes an der Autobahn. Die alten Strukturen sind einer großzügigen Planung und Bebauung gewichen und in der Örtlichkeit nicht mehr erkennbar.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. nee

mnd. nîe, nige, nigge, neye, nîwe, nnd. nie, nee, „neu“, „kennzeichnet einen flurgeschichtlich oder besitzgeschichtlich jüngeren Zustand gegenüber einem älteren“



2. Land

mnd. lant, n., nnd. Land, n., „Land“. – „Meint im allgemeinen Ackerland, nicht Grünland.“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 138
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 134


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 01.07.2015

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