Der Grose Kamp (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Der Grose Kamp


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Der Grose Kamp (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Zwischen dem Neuen Weg und dem früheren Müntke-Schloot liegt im nördlichen Hammrich ein Flurstück, das sowohl "Gosekamp" aber auch "Der Grose Kamp" genannt wird. Hier kann ein Übertragungsfehler vorliegen. Andererseits machen beide Bezeichnungen einen plausiblen Sinn.
Dabei ist "Gosekamp" mit "Gänseweide" zu übersetzen. Es ist bekannt, dass in Nortmoor auf verschiedenen Höfen Gänsehaltung betrieben wurde (Quelle: Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, BandVI, S. 51). Aber auch der Name "Grose Kamp" hat eine Bedeutung, die auf das gleiche Grundstück zutreffen könnte. Das Wort "Groos" bzw. "Gros" steht für "wüchsiges, grünes Grasland". Dies kann nach Lage und Qualität der Fläche ebenfalls zutreffend sein.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Groose

afries. groes, „ostfries.-niederd. groos „grüne Farbe““. „Da groes im Gegensatz zu tilland [Ackerland] zu stehen scheint, ist wohl „gutes Grasland“ darunter zu verstehen.“



2. Kamp

mnd. kamp, m., „Landstück, insbes. eingefriedigtes Stück Landes, Weide- oder Ackerland, auch gehegtes Waldstück, [...] im allg. als Privatbesitz, [...] Feldstück von bestimmter, doch nicht festgelegter Größe“; nnd. Kamp, m., „ein mit einer Hecke oder mit einem Graben eingehegtes Stück Land, gleich viel, ob es Ackerland, oder Wiese, oder Waldbestand ist



Quellen:

Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online- Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 30
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 129


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 19.10.2015

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