Der Hundekamp (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Der Hundekamp
( Hundekamp )

Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Der Hundekamp (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Die Flur "Hundekampen" befand sich früher südlich des Hundekampsweges, der im Süden des Hammrichs vom Rüscheweg nach Westen abzweigte (siehe Karte der Preußischen Landesaufnahme von 1898). Die Bodenverhältnisse dieser Flur sind ähnlich wie fast im gesamten Hammrich. Das Niederungsmoor mit einer Höhenlage von etwa 0,5 m ü. NN ist hier allerdings wegen der relativen Nähe zum Fluß mit einer geringen Marschauflage versehen. Der Flächenzuschnitt war nicht so langgestreckt wie bei der überwiegenden Zahl der Hammrichgrundstücke. Zwischen den südlich angrenzenden "Hooge Widden" und der Flur "Hundekampen" verlief ein Hauptvorfluter. Diese Strukturen sind im Flurneuordnungsverfahren der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts völlig aufgelöst worden und heute vor Ort nicht mehr erkennbar.
Der Flurname mit dem Grundwort "Kamp" deutet darauf hin, dass diese Flächen bereits früh "abgegraben", also mit Gräben umgeben und einem Besitzer zugeordnet wurden. Bezüglich des Bestimmungswortes "Hund" sind viele Deutungen möglich. Nach den Gesamtumständen der frühen Inbesitznahme und dem vorhandenen Vorfluter könnte man davon ausgehen, dass diese Flächen möglicherweise über eine Wasserschöpfmühle, einem sogenannten Bremster, auch "Hund" genannt, trockengelegt wurde.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Hund

nnd. bremster, „eine Wasserschöpfmühle ohne Bekleidung“



2. Kamp

mnd. kamp, m., „Landstück, insbes. eingefriedigtes Stück Landes, Weide- oder Ackerland, auch gehegtes Waldstück, [...] im allg. als Privatbesitz, [...] Feldstück von bestimmter, doch nicht festgelegter Größe“; nnd. Kamp, m., „ein mit einer Hecke oder mit einem Graben eingehegtes Stück Land, gleich viel, ob es Ackerland, oder Wiese, oder Waldbestand ist“



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 226 (siehe unter: bremster)
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 129


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 23.09.2015

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