Die Osterkamps Tagwerken (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Die Osterkamps Tagwerken
( Osterkamps Tagwerken )

Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Die Osterkamps Tagwerken (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Ein breiter Streifen von Ländereien im Nortmoorer Hammrich östlich des Neuen Weges trägt die Bezeichnung "Osterkamp". Der Name ist offensichtlich in erster Linie eine Positionsangabe, die sich auf die Lage "im Osten des Neuen Weges" bezieht. Die weitere Angabe "Kamp" macht deutlich, dass die Einzelflächen durch eine Abgrenzung, in diesem Fall von Gräben, eingefasst sind. Zur Unterscheidung der einzelnen Parzellen in der Flur Osterkamp sind diesem Flurnamen teilweise noch Ergänzungen hinzugefügt worden. In diesem Fall handelt es sich um den Zusatz "Tagwerken", so dass der Name insgesamt "Osterkamps Tagwerken" lautet. Damit wird noch zusätzlich das Flurmaß angesprochen, nämlich das Tagewerk, das dem Diemat (0,56 ha) entspricht.Diese Fläche hatte allerdings die Größe des mehrfachen eines Tagewerks. Deshalb wird auch die Mehrzahl der Wortes, nämlich "Tagwerken" verwendet.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Ost

mnd. ôster, „östlich, im Osten gelegen“; nnd. oster, „nach Osten gelegen“. – "Gibt die relative Lage eines Flurstücks an, Bezugspunkt häufig das Dorf."



2. Kamp

mnd. kamp, m., „Landstück, insbes. eingefriedigtes Stück Landes, Weide- oder Ackerland, auch gehegtes Waldstück, [...] im allg. als Privatbesitz, [...] Feldstück von bestimmter, doch nicht festgelegter Größe“; nnd. Kamp, m., „ein mit einer Hecke oder mit einem Graben eingehegtes Stück Land, gleich viel, ob es Ackerland, oder Wiese, oder Waldbestand ist“



3. Dagwark

mnd. dachwerk, n., „Tagewerk, als Ackermaß“; „das Werk od. die Arbeit eines vollen Tages u. so auch, wie dimât, das Mass für Land und beim Torfgraben“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 139
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 129
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 472; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 272


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 19.10.2015

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