Die Vorwerker Dreschkämpe (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Die Vorwerker Dreschkämpe


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Die Vorwerker Dreschkämpe (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Die "Vorwerker Dreschkämpe" befinden sich einerseits zwischen der Dorfstraße und dem Düsterweg sowie andererseits dem Hasselter Heuweg im Osten und der Alten Straße im Westen. Es ist dies ein Teil des Gebietes, das zum Vorwerk der Johanniter-Kommende in Hasselt gehörte und sich in einem etwa 220 m breiten und ca. 3 km langen Streifen von der Gemarkungsgrenze zu Brinkum bis zur Jümme im Süden erstreckte. Insgesamt handelte es sich dabei um etwa 70 ha Ländereien, deren Zeit- und Erbpächter seit 1614 nachgewiesen sind. (Quelle: Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, Bd. IV, S.43)
Die Flurlage nördlich der Dorfstraße steigt in diesem Bereich zur Höhe der Gaste von etwa 2,0 m an der L 821 bis auf etwa 5,5 m ü. NN am Düsterweg an. Da die Flächen außerdem unmittelbar hinter den an der Straße errichteten beiden Höfen auf dem ehemaligen Gutsgelände liegen, dürften sie überwiegend als Grünland genutzt und nicht durchgehend geackert worden sein. Das wird durch den Flurnamen "Dreschkämpe" bestätigt, der mit dem Bestimmungswort auf eine wechselnde Nutzung schließen läßt.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Dresch

mnd. drêsch, drîsch, m., 1. „ruhender Acker, unbebautes Land, das als Viehtrift dient“; nnd. Dreesch, Dreisch, Driesch, Dreesche, Dreeschen, m., f., n., „1. der ruhende Acker, welcher, ehe er neu aufgebrochen wird, als Viehtrift, zumal für Schafe dient. 2. eine wenig fruchtbare, unbebaute, als Trift benutzte Strecke, die nur spärlich mit Gras bewachsen ist“. – „Hinweis auf ehemalige Feldgraswirtschaft.“



2. Kamp

mnd. kamp, m., „Landstück, insbes. eingefriedigtes Stück Landes, Weide- oder Ackerland, auch gehegtes Waldstück, [...] im allg. als Privatbesitz, [...] Feldstück von bestimmter, doch nicht festgelegter Größe“; nnd. Kamp, m., „ein mit einer Hecke oder mit einem Graben eingehegtes Stück Land, gleich viel, ob es Ackerland, oder Wiese, oder Waldbestand ist“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 115
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 129


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 03.08.2015

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