Die faule Hörren (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Die faule Hörren


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Die faule Hörren (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Östlich des alten Fährplatzes, dort wo früher der Rüscheweg auf den Jümmedeich traf, fand sich der Flurname "Die faule Hörren". Dabei dürfte es sich um die hochdeutsche Übersetzung der alten Flurbezeichnung "Ful Hörn" handeln. Das Gelände ist in diesem Bereich wegen des im Jahre 1970 erfogten Jümmedurchstiches stark verändert und ein Teil der alten Flur zur Wasserfläche geworden. Wenn man die alten Verhältnisse rekonstruiert, ergibt sich ein etwas erhöht liegendes Grundstück am alten Jümmebogen auf gutem Marschboden.
Der Flurname setzt sich aus zwei Bezeichnungen zusammen. Der Ausdruck "Ful" wird gemeinhin mit faul, schmutzig, schmierig usw. übersetzt. Aber sowohl Stürenburg als auch Doornkaat Koolman weisen auf eine weitere Bedeutung hin. Danach ist "Ful" auch Sahne, Rahm, Fett. Nach den Gesamtumständen ist anzunehmen, dass diese zweite Deutung hier eher zutreffend ist. Das weitere Wort "Hörn" ist mit Biegung, Ecke, Winkel zu übersetzen.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. faul, ful

1. faul, schmutzig, schmierig, besudelt, faulig, garstig 4. Rahm, Sahne - also das Schmierige, Fuhl van de Melk - der Rahm von der Milch



2. faul, fuhl

Sahne, Rahm, Fett Afries. ful; wfries. fuwl od. ful; nld. vuil; mnld., wfläm. vuyl; ags. ful; engl. foul



3. Hörn

mnd. hôrn, n., „spitz zulaufendes, keilförmiges Landstück“, „Winkel, Ecke, Biegung“; nnd. Horn, n., „in Flurn. „Ecke, Winkel“



Quellen:

Stürenburg, Cirk Heinrich, Ostfriesisches Wörterbuch, Nachdruck der Ausgabe Aurich 1857, Leer 1996, S. 62
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 568
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 127


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 05.09.2015

Projektpartner