Dobbenjuken (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Dobbenjuken


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Dobbenjuken (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Die "Dobbenjuken" östlich des Münkeweges schließen sich nach Norden an die "Westerbülten" an. Hier hat der Gastenrand einen Tiefpunkt von nur noch 2,5 m ü. NN erreicht. Diese Senke, umgeben von höherem Gelände, hat sicherlich häufig unter stauender Nässe gelitten. Dieser Zustand wurde erst mit dem Ausbau des Lindenhofschlootes beendet, mit dem eine endgültige Trockenlegung erfolgte. Vorher waren die Flächen nicht nutzbar. Deshalb vermerkt der Protokollant des Flächenmanuals zur Hannoverschen Grundsteuervermessug im Jahre 1830 unter Ziffer 10: "Die Dobbenjöken, nicht klassifiziert", d.h. sie bleiben steuerlich ohne Bewertung. (StAA Rep. 87 III Nr. 73).
Der Flurname bezieht sich im BW auf die tiefe Lage der Fläche in Bezug zum umgebenden Gelände. Die Bezeichnung "Jöken" dürfte auf ein Flächenmaß hinweisen. In Bernhard Uphoff, Ostfriesische Masze und Gewichte, Aurich 1973, Seite 35, heißt es: "Die Jidde soll mit dem alten ostfriesischen Diemat, ...auch dem Jüch, Joch, Juch, Juchert, übereingestimmt haben".


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Dobbe

mnd. dobbe, f., „Graben, Grube, niedriges morastiges Land mit überwachsener Oberfläche“; nnd. Dobbe, f., „flache Vertiefung (im Erdboden), Mulde, Grube, in der Regel mit Wasser gefüllt



2. Juk

mnd. jok, juk, jök, n., m., „Ackermaß, so viel ein Joch Ochsen in einem Tage umpflügen kann"



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 114
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 128


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 17.08.2015

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