Feldackergaste (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Feldackergaste
( Gemeindeweide )

Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Feldackergaste (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Östlich der Bundesstraße 436, zwischen der Gemarkungsgrenze zu Brinkum im Norden und dem Düsterweg im Süden, befindet sich die Flur "Feldackergaste". Es handelt sich dabei um ein vergleichsweise hoch gelegenes Gelände auf Sandboden. Bis zur Gemeinheitsteilung im Jahr 1818 war dieses Areal Bestandteil der Gemeindeweide von Nortmoor-Westende und wurde in einer Skizze des Ingenieurs Camp aus dem Jahr 1807/08 als Heidfeld ausgewiesen. (Quelle: Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, Bd. VI, S. 26). Nach der Zumessung in langen, schmalen Streifen und Übertragung an die Interessenten von Nortmoor sind die Parzellen offenbar kultiviert und in Ackernutzung genommen worden. Die Urkarte der Preußischen Grundsteuervermessung von 1874 bezeichnet das Gebiet bereits als "Feldacker". Damit ist ausgedrückt, dass diese Grundstücke einerseits aus dem unkultivierten "Feld" hervorgegangen sind, inzwischen als Acker aber bereits Gastenqualität erlangt haben. Heute ist die "Feldackergaste", wie das östlich angrenzende Gelände, als Gewerbegebiet ausgewiesen und damit der landwirtschaftlichen Nutzung auf Dauer entzogen.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Feldacker

mnd. veltacker, m., „Acker, der im (freien) Felde liegt“



2. Gaste

afries. gāst, gēst f., „Geest“; mnd. gêst, gast, f., „das hohe trockene Land im Gegensatz zu den Marschniederungen“. – „Oft in Namen für den Altacker eines Dorfes."



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 229
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 83; Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 26; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 120


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 01.07.2015

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