Flütjens Land (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Flütjens Land


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Flütjens Land (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Die Flur "Flütjens Land" befand sich westlich der Immegastraße zwischen Düsterweg und Gemarkungsgrenze zu Brinkum. Die Karte der Preußischen Grundsteuervermessung von 1874 zeigt hier langgestreckte schmale Ackerparzellen, die jedoch wegen einer Keilbildung zwischen den oben genannten Wegen an ihrer Ostseite schräg angeschnitten sind. Zur Deutung des Flurnamens "Flütjens Land" kann man zu verschiedenen Ansätzen kommen. Auf den ersten Blick könnte er von einem Eigennamen herrühren. Ein Name Flütje oder Flütjen findet sich jedoch u. a. auch nicht im Namenindex der Sammlung von Menno Peters Tammena, Namengebung in Ostfriesland, Norden, 2009. Man kann daher annehmen, dass die besondere Form der Einzelparzellen, die gleichsam abgeschnitten wirken, zu diesem Flurnamen geführt haben. Denn nach Doornkaat Koolman ist die Bezeichnung "flüten" u. a. mit "beschneiden" zu übersetzen.
Die früheren Strukturen dieser Flur sind in der Örtlichkeit nicht mehr vorhanden. Das Gelände ist völlig neu beplant und heute Bestandteil eines größeren Gewerbegebietes.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. flüten

schneiden, beschneiden, abschneiden, stutzen, kürzen



2. Land

mnd. lant, n., nnd. Land, n., „Land“. – „Meint im allgemeinen Ackerland, nicht Grünland.



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 526
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 134


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 21.07.2015

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