Gastkamp (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Gastkamp


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Gastkamp (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Westlich des Überganges des Düsterweges über die Bahnlinie Leer-Oldenburg befindet sich auf der Nordseite ein durch Wallhecken eingefriedigtes größeres Grundstück, das im Norden bis an den Mittelweg reicht. Nach der Karte der Preußischen Landesaufnahme von 1898 wurde diese Fläche zu damaliger Zeit als Grünland genutzt. Auch die Preußische Grundsteuervermessung von 1874 erfaßt die gleiche Situation. Der Grund ist offenbar eine hier vorhandene deutliche Geländesenke. Westlich und östlich angrenzende Parzellen werden ohne Ausnahme geackert und sind vor 1905, dem Datum der Gastenverkoppelung, im Gegensatz zu diesem Grundstück noch als schmale, langgestreckte Ackerstreifen ausgewiesen.
Die beschriebene Fläche ist mit unterschiedlichen Flurnamen erfaßt. Unter anderem wird sie als "Gastkamp" bezeichnet.Mit diesem Flurnamen wird die besondere Lage des Grünlandes auf der Gaste, umgeben von Ackerflächen, deutlich.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Gaste

afries. gāst, gēst f., „Geest“; mnd. gêst, gast, f., „das hohe trockene Land im Gegensatz zu den Marschniederungen“. – „Oft in Namen für den Altacker eines Dorfes."



2. Kamp

mnd. kamp, m., „Landstück, insbes. eingefriedigtes Stück Landes, Weide- oder Ackerland, auch gehegtes Waldstück, [...] im allg. als Privatbesitz, [...] Feldstück von bestimmter, doch nicht festgelegter Größe“; nnd. Kamp, m., „ein mit einer Hecke oder mit einem Graben eingehegtes Stück Land, gleich viel, ob es Ackerland, oder Wiese, oder Waldbestand ist“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 83; Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 26; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 120
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 129


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 07.08.2015

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