Gastweg (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Gastweg


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Gastweg (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Der "Gastweg" wird im Flächenmanual von 1830 (StAA Rep. 87 III Nr. 73) zur Lagebestimmung von Fluren mehrfach genannt. So heißt es beispielsweise unter Ziffer 1 "Der Wester Kamp" ist beschwettet, im Osten vom Focke Hanken Land, im Westen vom Münkeweg, im Norden von den Westerbülten und im Süden vom Gastweg. Damit ist seine Lage identisch mit dem Düsterweg. Die Annahme, ein Teil des heutigen Bültackerweges wäre als Gastweg bezeichnet worden, erscheint nicht richtig. Allerdings weist die Karte der Preußischen Grundsteuervermessung von 1874 einen Weg aus, der im westlichen Teil die Westerbülten im Halbkreis umrundet, sowie als Verlängerung nach Osten einen Pfad quer über die Ackerflächen bis zum Holtacker. Dieser Weg ist jedoch erst nach der Gastenverkoppelung des Jahres 1905 bis zum Furkeweg ausgebaut und später an die Holtlander Straße angeschlossen worden. Heute trägt diese Wegeverbindung die Bezeichnung "Bültackerweg".

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Gaste

afries. gāst, gēst f., „Geest“; mnd. gêst, gast, f., „das hohe trockene Land im Gegensatz zu den Marschniederungen“. – „Oft in Namen für den Altacker eines Dorfes."



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 83; Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 26; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 120


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 17.08.2015

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