Geteilte Gemeindeweide Westende (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Geteilte Gemeindeweide Westende


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Geteilte Gemeindeweide Westende (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Das gesamte im Westen der Gemarkung Nortmoor sich erstreckende Gelände von der Grenze zu Brinkum im Norden bis zum Rüschwehrschloot im Süden gehörte ursprünglich zur (ungeteilten) Gemeindeweide (Gemeente) der Bauernschaft Nortmoor-West. Davon ausgenommen waren im Mittelteil des Pillkamp lediglich einige Bereiche nördlich der Heerstraße von Stickhausen nach Leer, die geackert wurden oder früh mit einer Wallhecke versehen, als private Viehweide dienten. Quelle: Originalabzeichnung der in den Jahren 1807 und 1808 von dem Ingenieur W. Camp erstellten Karte in Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, Bd. 6, S.11. Die Aufteilung dieser Gemeindeweide und Übertragung des Eigentums an die Hofbesitzer in Nortmoor erfolgte im Jahre 1818. Dazu schreibt Erchinger: " Am 10.Dezember1818 wurde die endgültige Aufteilung der Gemeindeweide vollzogen. Insgesamt 17 Interessenten zogen in der Gastwirtschaft Hemken (Möhlmann) ihre Zuteilungslose. Die neuen Besitzer hatten danach die erforderlichen Wege und Gräben mit den Durchlässen gemeinschaftlich anzulegen und zu unterhalten, sowie die neuen Flächen so bald wie möglich durch Wälle einzufriedigen."

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Gemeinde

“mnd. gemeine, gemene, f. und n., 1. „gemeinsames Gut“; 2. „gemeinschaftliche Versammlung“; mnd. gemeinete, gemeinte, gemênte, n. und f., „gemeinschaftliches Gut“



2. Weide

mnd. weide, f., „Weide, Futter, Nahrung; Weideplatz“; nnd. Weide, Wei, f., „die Weide, Stelle, wo zum Abgrasen bestimmtes Futter für gewisse Haustiere wächst“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 53
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 154


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 01.07.2015

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