Gosekamp (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Gosekamp


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Gosekamp (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Zwischen dem Neuen Weg und dem früheren Müntke-Schloot liegt im nördlichen Hammrich ein Flurstück, das sowohl "Gosekamp" aber auch "Der Grose Kamp" genannt wird. Hier kann ein Übertragungsfehler vorliegen. Andererseits machen beide Bezeichnungen einen plausiblen Sinn.
Dabei ist "Gosekamp" mit "Gänseweide" zu übersetzen. Es ist bekannt, dass in Nortmoor auf verschiedenen Höfen Gänsehaltung betrieben wurde (Quelle: Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, BandVI, S. 51). Aber auch der Name "Grose Kamp" hat eine Bedeutung, die auf das gleiche Grundstück zutreffen könnte. Das Wort "Groos" bzw. "Gros" steht für "wüchsiges, grünes Grasland". Dies kann nach Lage und Qualität der Fläche ebenfalls zutreffend sein.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Gros

afries. groes, „ostfries.-niederd. groos „grüne Farbe““. „Da groes im Gegensatz zu tilland [Ackerland] zu stehen scheint, ist wohl „gutes Grasland“ darunter zu verstehen.“



2. Goos

mnd. gôs, f., nnd. Goos, f., „Gans“. – „Zumeist in Namen für Gänseweiden



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 121
Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online- Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 30


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 19.10.2015

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