Groß Terwisch (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Groß Terwisch


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Groß Terwisch (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Die Bezeichnung "Groß Terwisch" ist wohl nach der Teilung und Etablierung des Hofes "Neu Terwisch" eingeführt worden. Terwisch war ursprünglich ein Vorwerk des Prämonstratenser-Klosters Barthe. Es verfügte in der großen Jümmeschleife und im Süden des Nortmoorer Hammrichs über etwa 50 ha Flächen. Im Zuge der Reformationsfolgen gelangte dieser Grünlandhof zum Ende des 16. Jahrhunderts in den Besitz des ostfriesischen Fürstenhauses und wurde zunächst verpachtet. Ab 1713 wird das Grashaus, wie es zu dieser Zeit genannt wird, in Erbpacht übernommen. Etwa 1787 scheint die Abtrennung der südlich der Jümme liegenden Flächen erfolgt und hier der Hof Klein-Terwisch errichtet worden zu sein. Eine weitere Teilung hat Mitte des 19.Jahrhunderts stattgefunden und es entstand im Osten der Jümmeschleife der Hof "Neu-Terwisch". Dieser wurde anläßlich der Jümmebegradigung mit Abtrennung der gesamten Jümmeschleife nach 1970 in den Nortmoorer Hammrich an den Terwischer Weg verlagert. Die entstandene Insel südlich des Jümmedurchstiches ist schließlich nach Neuburg umgemeindet worden. Quelle: Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, Bd. IV, S. 31 bis 35

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Der Wisch

mnd. wisch, wisk(e), f., „Wiese“; nnd. wiske, wisk, wisker, wiskerland, „Wiese, Wiesenland, niedrig gelegenes u. im Winter meist inundirtes Land, was meistens zum Heumachen und nur ausnahmsweise zum Beweiden benutzt wird“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 739; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 563


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 05.09.2015

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