Häuslingsweide (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Häuslingsweide


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Häuslingsweide (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

In Höhe der Leihstücke verspringt der Heimschloot etwa 200 m nach Osten. Ab hier Richtung Süden bis an die Landesstraße nach Filsum tragen die westlich des Heimschlootes befindlichen Flurstücke auch den Namen "Häuslingsweide". Diese Flurbezeichnung ist ein Hinweis darauf, dass diese Flächen bei der Teilung der Gemeindeweide Nortmoor-Ostende für die "Häuslinge" vorgesehen wurden. Ein Häusling dürfte der Besitzer eines Hausgrundstückes sein, der aber sonst kein Eigentum an Grund und Boden hatte. Andererseits standen Häuslingen gewisse Weiderechte an der Gemeindeweide zu. Offenbar wurden diese mit einer Zuweisung von Teilen an der "Häuslingsweide" abgegolten. Der "Häusling" wurde wohl auch als "Köter" bezeichnet.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Köter

mnd. kȫter, kötter, kȫtenêre, kȫtenêr, m. „Kätner, Häusler, Besitzer einer Kätnerstelle, von einem Bauernhof abhängiger Kleinbauer, Tagelöhner“; nnd. Köter, Kötner, m., „Besitzer einer Kötherei, Kothsasse, Köther“



2. Weide

mnd. weide, f., „Weide, Futter, Nahrung; Weideplatz“; nnd. Weide, Wei, f., „die Weide, Stelle, wo zum Abgrasen bestimmtes Futter für gewisse Haustiere wächst“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 132
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 154


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 25.08.2015

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