Heedebülten (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Heedebülten
( Heidbült )

Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Heedebülten (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Zwischen den Ackerflächen nördlich des Düsterweges befand sich an der Gemarkungsgrenze zu Brinkum, westlich des früher dort verlaufenden "Hohlweges" ein Geländedreieck, das offenbar zunächst nicht kultiviert worden war und noch lange eine Heidevegetation trug. Die Karte des Niedersächsischen Landesverwaltungsamtes von 1961 bezeichnet das Flurstück als "Heidbült", während es im Flächenmanual der Flur Nortmoor von 1830 (StAA Rep. 87 III Nr. 73) "Die Heide Bülten" genannt wird. Die auf der Grundkarte vermerkte handschriftliche Bezeichnung "Heedebülten" dürfte einem Übertragungsfehler zuzurechnen sein. Die Deutsche Grundkarte von 1961 (2711-08) zeigt auch, dass dieses Keilstück von den zu beiden Seiten liegenden Ackerflächen durch eine Wallhecke abgegrenzt war und zu der Zeit als Grünland genutzt wurde. In der Örtlichkeit ist von den früheren Strukturen heute nichts mehr erkennbar, weil die Flächen Teil des jetzt dort vorhandenen Gewerbegebietes geworden sind.
Der Flurname bezieht sich auf den beschriebenen Heidebewuchs und die früher offenbar vohandene unebene Geländeoberfläche.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Heide

mnd. heide, „Heide“; "dürres, sandiges, unfruchtbares, unbebautes, wild u. wüst liegendes, meist mit Haidekraut bewachsenes Land; ebenes, unbebautes und unfruchtbares Land



2. Bült

mnd. bulte, m., „Haufe, Hügel“; „Hügel, Klumpen, Land mit vielen Unebenheiten“



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 56
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 449; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 113


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 17.07.2015

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