Heimschloot (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Heimschloot


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Heimschloot (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Der "Heimschloot" ist ein ursprünglich natürliches Gewässer. Es entspringt nördlich der Holtlander Mühle, umrundet die Ortschaft Holtland im Osten und erreicht, nach Süden verschwenkend, östlich des Kahlfeldweges die Gemarkung Nortmoor. Hier bildet er zunächst die Grenze zu Brinkum, bis diese in Höhe der Leihstücke zum Ehetief verspringt. Weiter in Richtung Süden verlaufend unterquert der "Heimschloot" die Bahnlinie und die Landesstraße Leer-Stickhausen. Früher floß der "Heimschloot" etwa auf halber Strecke zwischen Landesstraße und Jümmedeich in das Ehetief und wurde damit ein Nebenfluß dieses Gewässers. Nach der Eindeichung der Ehe hat er aber ein eigenes, parallel verlaufendes Bett und entwässert über das Holtlander Schöpfwerk selbst in die Jümme.
Der "Heimschloot" hat eine hohe Bedeutung für die Wasserregulierung in den Gemarkungen Holtland, Brinkum, Nortmoor und Filsum, zumal er seit der Ehebedeichung die gesamte Niederung südwestlich der Bundesstraße 72 ab Hasselt übernimmt.
Neben dem Namen "Heimschloot" führte dieser Graben nach einer Karte aus dem Jahre 1780 (StAA Rep. 244, A 3181) auch die Bezeichnung "Caylings Schloot". Der Begriff "Kai" wird von Hofmann/Popkema mit Erdwall, Damm übersetzt. In seinem Verlauf überwindet der "Heim- bzw. Caylingsschloot" auch einige leichte Sandrücken. Das führt dort zu tieferen Geländeeinschnitten mit vergleichsweise hohen Böschungen. Möglicherweise hat diese Topografie zum Namen "Caylings Schloot" geführt.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Heim

afries. hêm, „Heim, Dorf“, „Siedlungsnamen-Element“



2. Kai

Erdwall, Damm



3. Schloot

mnd. slôt, m., n., „zwischen zwei Grundstücken gezogener Wassergraben; Entwässerungskanal, Abzugsgraben, Deichgraben an der Sohle des Deiches“; nnd. Sloot, „Graben zur Befriedigung [...] u. Abgrenzung von Ländereien u. auch zur Abwässerung derselben“



Quellen:

Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 261
Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online- Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 47
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 145


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 25.08.2015

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