Hinter dem rüsischen Gehölze (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Hinter dem rüsischen Gehölze


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Hinter dem rüsischen Gehölze (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

"Hinter dem rüsischen Gehölz" wurde eine Flur östlich der Kampstraße, beidseits der Heidestraße bezeichnet. Das bedeutet, dass dieses Gelände nördlich einer Waldfläche zu finden ist, das u.a. auf der Karte der Preußischen Landesaufnahme von 1898 als Forstfläche erkennbar ist.
Zur Deutung dieses Flurnamens sollte man sich vergegenwärtigen, dass der Erfasser des Flächenmanuals um das Jahr 1830, der diese Bezeichnung protokollierte, warscheinlich Hannoveraner war und nicht das Niederdeutsch der Nortmoorer Landwirte sprach. Man kann davon ausgehen, dass ihm der Flurname "Achtert ruse Holt" genannt wurde. Seine Übersetzung dürfte zu "Hinter dem rüsischen Gehölz" geführt haben. Dabei wäre "ruse" mit "wirr" bzw. "durcheinander" zu übersetzen.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. ruse

a) Geräusch, Lärm, Unruhe, Getümmel, Wirrwarr, Unordnung, Durcheinander etc. b) das Durcheinander, ein wirres, durcheinander liegendes Etwas, eine wirre Masse



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 72


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 31.07.2015

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