Hinter der kleinen Gaste (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Hinter der kleinen Gaste


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Hinter der kleinen Gaste (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Wie der Flurname zum Ausdruck bringt, befindet sich das Grundstück "Hinter der kleinen Gaste" oder auch "Über Gaste" genannt, nördlich des Düsterweges, und nicht, wie die eigentliche "Kleine Gaste", südlich davon. Damit ist die Lage aus der Sicht vom Ort Nortmoor aus, als "jenseits der Kleinen Gaste liegend" anzusprechen. Die Einzelparzellen dieses Bereiches waren nach der Karte der Preußischen Grundsteuervermessung von 1874 in typischer Gewannstruktur als sehr lange, schmale Äcker nicht genau parallel, sondern mit einem leichten Schwenk nach Nordwesten angelegt. Sie reichten vom Düsterweg bis an die Gemarkungsgrenze zu Brinkum. Heute sind diese Strukturen verschwunden, weil fast das gesamte Gebiet bis an die Immegastraße gewerblich genutzt wird.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Gaste

afries. gāst, gēst f., „Geest“; mnd. gêst, gast, f., „das hohe trockene Land im Gegensatz zu den Marschniederungen“. – „Oft in Namen für den Altacker eines Dorfes."



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 83; Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 26; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 120


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 21.07.2015

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