Im Fuhlmeer (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Im Fuhlmeer


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Im Fuhlmeer (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Westlich der Immegastraße befindet sich zwischen dem Düsterweg im Norden und der Heidestraße im Süden das Flurstück mit der Bezeichnung "Im Fuhlmeer". Nach den Höhenlinien der Deutschen Grundkarte von 1974 liegt dieses Grundstück mit weniger als 2,50 m ü. NN deutlich tiefer als alle Flächen ringsum und kann nur durch das inzwischen ausgebaute Nortmoorer Sieltief entwässert werden. Vor der Herstellung dieses Grabens bzw. seiner Vertiefung befand sich hier offensichtlich nach höheren Niederschlägen häufig ein stehendes Gewässer, das nur langsam, je nach Witterung, wieder trockenfiel und damit eine landwirtschaftliche Nutzung der Fläche kaum zuließ. Die Karte der Preußischen Landesaufnahme von 1898 zeigt, dass dieses Grundstück zu dieser Zeit offenbar noch nicht vollständig kultiviert war und Baum- und Buschbestand aufwies.
Der Flurname bezieht sich auf das in dieser Geländesenke häufig anzutreffende faulige, übel riechende, nur langsam versickernde oder verdunstende Wasser.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. fuul

mnd. vûl, „sehr schmutzig, stinkend vor Schmutz, mit stinkendem Schmutz bedeckt“; nnd. fuul, „faul“; „Hinweis auf Gewässer mit fauligem Wasser oder auf feuchtes, morastiges Flurstück.“



2. Meer

afries. mere, mer, mar, mēr, m., n.‚ „Meer; stehendes Gewässer, Wasserloch“; mnd. mer, „großes Wasser, Meer, mare, offene See; Binnensee“; nnd. mêr, „Meer, hier speciell Land- od. Binnen-See, stehendes Wasser, im Gegensatz zu sê als Weltmeer od. dem fluthenden Wasser“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 120
Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online- Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 64; Lasch, A., & Borchling, C., Mittelniederdeutsches Handwörterbuch. Fortgf. v. G. Cordes und D. Möhn, Neumünster 1987, Bd. 2, Teil 1, Sp. 960; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 592


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 31.07.2015

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