Kahle Feld (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Kahle Feld


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Kahle Feld (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Das Gelände südlich der Kahlfeldstraße zwischen der Holtlander Straße im Westen und dem Leihweg im Osten wird das "Kahle Feld" genannt. Übrigens wird die nördlich angrenzende, zu Brinkum gehörende Flur ebenso bezeichnet. Das rührt u.a. daher, weil das gesamte Gebiet ehemals als gemeinsame Weide von beiden Kommunen genutzt wurde. Die endgültige Zugehörigkeit wurde erst im Jahre 1788 durch gerichtlichen Vergleich geklärt. (Quelle: Andreas Schöneboom, Brinkum - von seiner Flur und deren Namen, in: Unser Ostfriesland, Beilage zur OZ vom 5. März 1955) Auf einer anläßlich dieser Auseinandersetzung angefertigten Skizze aus dem Jahre 1780 (StAA, Rep. 244 A 3181) wird die Flur auch "Hogefeld" genannt. Auf Brinkumer Seite befand sich zudem gemäß dieser Karte der "Steentille Barg".
Der Flurname "Kahle Feld" oder "Hogefeld" wie auch der Zusatz "Barg" zeugt von hoher, trockener Lage mit geringer Vegetation. Dies ist auch eine Folge der Nutzung von beiden Bauernschaften durch Stechen von Plaggen und Schuren. Dadurch blieben die Flächen kahl und unfruchtbar.
Später erhielten hier die ersten Anbauer von Plaggenburg ihre Siedlerstelle. Die Karte der Preußischen Grundsteuervermessung von 1874 weist bereits sechs Häuser aus.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Kal

Kahl, leer, nackt, entblösst, arm etc.; de kale heide; Nd., nld. kaal; mnld. kael; afries. kale



2. Feld

mnd. velt, n., (das freie, offene) Feld“; nnd. Feld, „Feld, Ackerland, abgeteilte (kleinere) Ackerfläche, Beet, offene Gemarkung, die (bebaute und/oder unbebaute) Flur“



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 158
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 229; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 118


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 10.11.2015

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