Kleine Gaste (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Kleine Gaste


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Kleine Gaste (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Die "Kleine Gaste" (Lütje Gast) ist eine separate Flur vergleichsweise geringer Größe südlich des Düsterweges. Sie wird im Osten durch die Kampstraße, im Westen und Süden durch den Lütje Gaste Weg begrenzt, der im diesem Bereich unbefestigt ist. Die Flur ist wegen ihrer Höhenlage (bis zu 6,0 m ü. NN) und weil sie von Wegen eingeschlossen wird, besonders markant. Außerdem befinden sich die benachbarten größeren Ackerflächen alle nördlich des Düsterweges. Ansonsten hatte die "Kleine Gaste" alle Merkmale einer klassischen Ackerflur auf der Geest. Sie war in lange, schmale Parzellen gegliedert und verfügte über altkultivierten Eschboden.Außerdem war sie gegen das auf der Gemeinheitsweide grasende Vieh durch einen Gastewall geschützt (Quelle: Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, 1995, Bd.V, S.73).
Heute sind diese Strukturen durch die Flurneuordnung verschwunden und die gesamte "Kleine Gaste" wird als eine zusammenhängende große Ackerfläche bewirtschaftet.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Gaste

afries. gāst, gēst f., „Geest“; mnd. gêst, gast, f., „das hohe trockene Land im Gegensatz zu den Marschniederungen“. – „Oft in Namen für den Altacker eines Dorfes."



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 83; Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 26; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 120


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 22.07.2015

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