Klosterhörn (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Klosterhörn


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Klosterhörn (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

In Höhe des Jümmedurchstiches, der im Jahre 1970 erfolgte und die Abtrennung der heutigen Insel Terwisch vom Nortmoorer Hammrich zur Folge hatte, liegt östlich des Terwischer Weges, im Winkel an der großen Jümmeschleife, die Flur "Klosterhörn". Wegen der Flussnähe haben die Flächen eine starke Marschauflage und sind daher von guter Bodenqualität. Die Nutzung erfolgt überwiegend als Mähwiese. Der Flurname weist im Bestimmungswort darauf hin, dass die Grundstücke ehemals Besitz des Prämonstratenser-Klosters Barthe waren und zwar vermutlich als Teil der Ländereien des Vorwerkes Münke- bzw. Osterburg. Quelle: Lageplan von 1876, der anläßlich des Verkaufes des Grundbesitzes erstellt wurde (StAA Rep. 244, B 1492). Das Grundwort bezeichnet die Lage im Winkel zwischen Zuwegung und Jümmeschleife.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Kloster

lat. claustrum, nnd. klôster, „Kloster, abgeschlossenes festes Haus, worin Mönche und Nonnen abgeschieden von der Welt leben“"; „oft Hinweis auf Klosterbesitz (Vorwerke); manchmal (scherzhafter) Hinweis auf eine einsame Lage“



2. Hörn

mnd. hōrn, n., „spitz zulaufendes, keilförmiges Landstück“, „Winkel, Ecke, Biegung“; nnd. Horn, n., „in Flurn. „Ecke, Winkel“



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 280; Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 266
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 127


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 04.09.2015

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