Lüttje Speckkamp (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Lüttje Speckkamp


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Lüttje Speckkamp (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Im Südwesten des Hammrichs befindet sich in Höhe der Rüschwehren unmittelbar an der Gemarkungsgrenze zu Loga die Flurlage "Speckkamp". Die Flurstücke westlich der Flurgrenze auf Logaer Gebiet werden übrigens mit dem gleichen Flurnamen bezeichnet. Dieser Teil der Gemarkung ist weit abgelegen von jeglicher Siedlung. Er war nur unter erheblichen Schwierigkeiten erreichbar. Keine auch nur annähernd feste Zuwegung führte zu diesen Wiesen inmitten des Hammrichs. Aus dieser Situation ist der Flurname Speckkamp erklärbar.
Nach Arend Remmers, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, Leer 2004, S. 206, wird für die Ortsnamen Speckwarf (Ortsteil Norden) und Spekendorf (Lkr. Aurich) das Bestimmungswort Speck oder Specke mit "ein aus Buschwerk, Erde und Rasen durch sumpfige Gegenden aufgeworfener Weg" gedeutet. Nur über einen solchen Weg wird auch unser "Speckkamp" erreichbar gewesen sein.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Lüttje

mnd. luttik, „klein, gering, wenig“



2. Speck

mnd. specke, f., „Holzbündel, Faschine [...]; aus Buschwerk, Gesträuch, Erde und Grassoden aufgeworfener Weg durch sumpfiges Gelände, Knüppeldamm, Knüppelbrücke“; nnd. Specken, "niedrige Stelle mit Knüppeldamm



3. Kamp

mnd. kamp, m., „Landstück, insbes. eingefriedigtes Stück Landes, Weide- oder Ackerland, auch gehegtes Waldstück, [...] im allg. als Privatbesitz, [...] Feldstück von bestimmter, doch nicht festgelegter Größe“; nnd. Kamp, m., „ein mit einer Hecke oder mit einem Graben eingehegtes Stück Land, gleich viel, ob es Ackerland, oder Wiese, oder Waldbestand ist



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 756
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 147
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 129


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 03.11.2015

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