Leedehammrich (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Leedehammrich
( Hammrich, Lege Hammrich )

Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte

Leedehammrich (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Bei dem aufgeführten Flurnamen "Leede Hammrich" dürfte es sich um einen Schreibfehler handeln. Er ist gleichbedeutend mit "Leeg Hammerk", wie er von Heinrich Erchinger genannt wird (Ortgeschichte Nortmoor, Bd. 5, S. 7). Tatsächlich befinden wir uns hier inmitten des Nortmoorer Hammrichs, auf halber Höhe zwischen der Dorfstraße und dem Jümmedeich. Hier besteht der Boden tiefgründig aus Niedermoor und das Geländeniveau bewegt sich um +/- 0 Meereshöhe. Eine rationelle Bewirtschaftung solcher Standorte ist nur bei wirksamer Entwässerung über Pumpwerke möglich. Das ist im Nortmoorer Hammrich erst seit 1962 gewährleistet, nachdem im Rahmen einer Flurneuordnungsmaßnahme ein engmaschiger Gewässerausbau und die Errichtung eines Schöpfwerkes erfolgten. In der Folge wurden die Flächen melioriert und neu zugeschnitten. Die früheren Strukturen des Hammrichs sind in der Örtlichkeit nicht mehr erkennbar und nur noch auf älteren Karten nachzuvollziehen (u.a. Preußischen Landesaufnahme von 1898).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Leeg

nnd. Leeg, f., „niedrig gelegenes Land, das bei höherem Wasserstand überflutet wird“



2. Hammrich

nnd. hamrîk, hammrîk, hammerîk, hammerk, „Hammrich, d.h. eine ausgestreckte Fläche zusammenhängenden niedrigen Wiesenlandes, welches auf der einen Seite von der Geest und auf der anderen von der Marsch oder von dem angeschwemmten höheren Kleiboden begrenzt ist und früher ausschließlich zum Beweiden, bzw. als Meedland gebraucht wurde“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 134
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 26


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 23.09.2015

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