Leihstücke (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Leihstücke


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Leihstücke (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Die Flur nördlich der Bahnlinie zwischen der Holtlander Straße und dem Heimschloot im Osten wird "Leihstücke" genannt. Es sind Grundstücke, die 1821 bei der Teilung der Gemeindeweide vermessen und den Heerden von Nortmoor-Ostende zugewiesen worden sind. Dabei fällt das Gelände von West nach Ost bis zum Heimschloot von 3,0 m über Meereshöhe bis auf 0,25 ü. NN direkt am Hauptvorfluter ab. Während die Grundstücke westlich des diese Flur von Nord nach Süd teilenden Leihweges höher gelegen und auf Sandboden angesiedelt sind, sinken die östlichen zur Eheniederung hin ab und weisen Dargboden auf. Diese Flächen sind es auch, die der Flur ihren Namen gegeben haben. "Leih" bedeutet hier etwa: "am Fluß liegend". Dabei bezieht sich dieser Hinweis auf den Verlauf des östlich angrenzenden Heimschlootes, eines ursprünglich natürlichen Gewässers, das inzwischen jedoch stark "reguliert" wurde.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Leihe

mnd. lêide, „Wasserlauf, Wassergraben“



2. Stück

mnd. stücke, n., „Acker, Feld, Flurstück; Grundstück“; nnd. Stück, n., „Abteilung eines Feldes“



Quellen:

Müller, Gunter, Westfälischer Flurnamenatlas, Lieferung 4, Bielefeld 2006, S. 445
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 148


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 25.08.2015

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