Luchtenburgsfenne (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Luchtenburgsfenne


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Luchtenburgsfenne (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Das Flurstück "Luchtenburgsfenne" liegt südlich der Dorfstraße gegenüber der Einmündung der Immegastraße. Es handelt sich um ein tief gelegenes größeres Stück Grünland. Inmitten der Fläche befindet sich eine Senke, die auf 0,6 m ü. NN abfällt. Das Grundstück wird diagonal durch das Nortmoorer Sieltief durchschnitten. Außerdem ist im Süden ein Teilstück durch die im Jahr 1867 erbaute Eisenbahnlinie Leer-Oldenburg abgetrennt worden.
Der Flurname könnte sich auf ein möglicherweise früher vorhandenes Steinhaus beziehen. Von einer "Luchtenburg" ist jedoch in Nortmoor nichts bekannt. Auf keinen Fall dürfte es sich dabei um eine Wehrburg gehandelt haben. Der vorgeschaltete Begriff "Luchten" steht für den freien Blick in die Landschaft. Dieses Attribut war früher hier angezeigt, befand sich das Grundstück doch am Geestrand vor der Weite des sich im Süden ausdehnenden baumlosen Hammrichs. Allerdings ist diese Sicht inzwischen durch den Bau der Eisenbahnlinie etwas gestört.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Lucht

mnd. lucht, f., nnd. Luft, Lucht, f., „Licht“; mnd. lüchte, f., „Laterne“; nnd. Lüchte, „Leuchte“. – „Oft mit dem BW „hoch“.“



2. Borg

mnd. borch, f., nnd. börg, „Burg“. In Ostfriesland auch die Bezeichnung für größere, außerhalb der Ansiedlung gelegene Bauernhöfe



3. Fenne

mnd. venne, ven, vēn, f., n., „mit Gras oder Röhricht bewachsenes Sumpf-, Moorland, sumpfiges Weideland; in Marsch- und Moorgegenden […] mit Gräben umzogenes Weideland, Weidekoppel“; nnd. Fehn, Fenn, n., f., „Fehn, Moor“, nnd. Fenne, f., „abgefriedigtes Stück niedrigen Weidelandes (mit moorigem Untergrund)“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 135
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 383; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 205
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 118


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 04.08.2015

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