Mende Hammrich (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Mende Hammrich


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Mende Hammrich (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Südlich des den Nortmoorer Hammrich heute von West nach Ost bis an den Heimschloot verlaufenden Querweges liegen östlich des Terwischer Weges Flächen, die früher einen Zuschnitt von diesem bis an einen parallel zur Ehe verlaufenden Weg hatten. Seit der Flurbereinigung, die 1977 abgeschlossen wurde, haben alle Hammrichflächen veränderte Proportionen und ein neues Wege- und Entwässerungssystem erhalten. Die alten Strukturen sind weitgehend nicht mehr erkennbar.
Die hier "Mendehammrich" bezeichnete Flur wird auch "Medehammrich" genannt. In diesen Begriffen liegen unterschiedliche Bedeutungen:
a) "Mende" oder "Meente" ist der Ausdruck für allgemein oder Gemeinschaftsbesitz
b) "Meede" oder "Mähde" meint die (einschürige) Wiese bzw. das Wiesengelände
c) "Hammrich" ist das niedrig gelegene Wiesen- oder Weideland


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Meente

afries. mêne, „gemein, allgemein, gesammt, ganz; gemeinsam, gemeinschaftlich; gemein, gewöhnlich“; mnd. mene, f., „Gemeinschaft“, auch: „gemeinschaftlich“; mnd. meinde, f., „Gemeinbesitz, gemeinschaftlicher Landbesitz“; nnd. mên, mêne, „gemein, gemeinsam, gemeinschaftlich, bz. sämmtlich, zusammengehörig, gesammt“; nnd. Meinte, f., „eig. die Gemeine, dann aber das Gemeinegut, nam. der gesammte Grundbesitz an Äckern, Weiden, Ängern und Forsten, welche einer ganzen Gemeine gehören“



2. Hammrich

nnd. hamrîk, hammrîk, hammerîk, hammerk, „Hammrich, d.h. eine ausgestreckte Fläche zusammenhängenden niedrigen Wiesenlandes, welches auf der einen Seite von der Geest und auf der anderen von der Marsch oder von dem angeschwemmten höheren Kleiboden begrenzt ist und früher ausschließlich zum Beweiden, bzw. als Meedland gebraucht wurde“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 3, S. 65; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 589; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 136
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 26


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 06.09.2015

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