Mendehammrich (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Mendehammrich
( Medehammrich )

Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte

Mendehammrich (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Südlich des den Nortmoorer Hammrich heute von West nach Ost bis an den Heimschloot verlaufenden Querweges liegen östlich des Terwischer Weges Flächen, die früher einen Zuschnitt von diesem bis an einen parallel zur Ehe verlaufenden Weg hatten. Seit der Flurbereinigung, die 1977 abgeschlossen wurde, haben alle Hammrichflächen veränderte Proportionen und ein neues Wege- und Entwässerungssystem erhalten. Die alten Strukturen sind weitgehend nicht mehr erkennbar.
Die hier "Mendehammrich" bezeichnete Flur wird auch "Medehammrich" genannt. In diesen Begriffen liegen unterschiedliche Bedeutungen:
a) "Mende" oder "Meente" ist der Ausdruck für allgemein oder Gemeinschaftsbesitz
b) "Meede" oder "Mähde" meint die (einschürige) Wiese bzw. das Wiesengelände
c) "Hammrich" ist das niedrig gelegene Wiesen- oder Weideland


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Meede

mnd. mede, f. „Mähde, Heuland“, nnd. mêde, f. „Heuland bz. das Gras was darauf wächst, bz. eine solche Wiese, die gemäht wird, sowie auch das darin stehende zur Heugewinnung bestimmt Gras u. wird dieses Wort im Singular niemals von einem Stück Grünland gebraucht, sobald das Gras bereits geschnitten u. das Heu davon geerntet ist“; - „Unter dem Plural mêden versteht man indessen bloß einen grösseren Complex Wiesenlandes, welches wegen sumpfiger Beschaffenheit u. niedriger Lage fast ausschliesslich zur Heugewinnung benutzt wird u. ist es auch örtliche Benennung (ähnlich wie hamriek u. marsk) eines grösseren nur aus Wiesen- u. Heuland bestehenden Landstrichs



2. Hammrich

„Altfries. Substantiv hem, ham, him m. „durch Graben (und Deich) eingefriedigtes Marschland, Weide““



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 3, S. 50; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 585
Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online- Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 33


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 06.09.2015

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