Middelaufgang (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Middelaufgang
( Middelupgang )

Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830),
Deutsche Grundkarte

Middelaufgang (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Die Nortmoorer Gaste ist ein Geestrücken, der sich nördlich des Ortes von der Bundesstraße 436 im Westen bis zur Holtlander Straße (Kreistraße 17) im Osten hinzieht und hier noch ein wenig darüber hinausreicht. Die größte Höhe wird östlich des Hasselter Heuweges und nördlich des Mittelweges mit 7,7 m ü. NN erreicht. Der Sandrücken fällt nach Norden zur Gemarkungsgrenze mit Brinkum und nach Süden zur Dorfstraße (L 821) auf ein Niveau von jeweils etwa 2,5 m ü. NN ab. Die Gaste östlich des Hasselter Heuweges wurde bis zur Verkoppelung im Jahre 1905 nur von einem Weg etwa in Höhe des heutigen Mittelweges in eine nördliche und südliche Hälfte geteilt. Südlich dieses Weges nannte man die Ackerflächen "Middelaufgang" bzw. "Middelupgang, während sie nördlich davon "Nedderupgang" genannt wurden. In beiden Fällen handelt es sich um seit Jahrhunderten durch Plaggenkultur entstandenen fruchtbaren Eschboden. Bis zur Verkoppelung lagen die einzelnen Ackergrundstücke überwiegend in sehr schmalen, langen Parzellen in der Struktur eines Gewannes, wie es früher auf der gesamten ostfrisischen Geest verbreitet war.
Der Flurname "Middelupgang" bezieht sich darauf, dass man bei der Bearbeitung der Flächen bis zur Mitte (Middel) der Gaste ansteigendes Gelände hatte.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Middel

„Middel- kennzeichnet als FlN-Bestandteil die Lage von Flurteilen zwischen zweien oder mehreren gleichartigen anderen, die eine Identifizierung über die Mittelposition von Parzellen ermöglichen. Da die Verhältnisse sich im Laufe der Zeit wandeln können, ist die Mittellage heute oft nicht mehr zu erkennen



2. upgung, upgunga

Aufgang, emporgehen



Quellen:

Mietzner, Erhard, Die Flurnamen der Gemeinde Südlohn. Gesamtüberlieferung (1147-1989) und Namenerklärung, Vreden/Südlohn 1997, S. 209-210
Hofmann, Dietrich/Popkema, Anne T., Altfriesisches Handwörterbuch, Heidelberg 2008, S. 540


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 07.08.2015

Projektpartner