Mitsmoor (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Mitsmoor


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Mitsmoor (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Nach dem Flächenmanual der Hannoverschen Grundsteuervermessung von 1830 (StAA Rep.87 III Nortmoor Nr. 73) werden die Flurnamen "Kielen", "Bültenacker" und "Mitsmoor" unter Ziffer 22 zu einer Flurlage zusammengefaßt. Es handelt sich dabei um Flächen, die zu der Zeit noch als schmale Ackerstreifen nördlich des Düsterweges zu beiden Seiten des heutigen Middelmoorweges lagen. Zur Qualität dieser Flächen gibt es aus einem Landtauschvertrag zwischen dem Ingenieurleutnant Kettler (Eigentümer der Uppingaburg) und der Kirchengemeinde Nortmoor aus dem Jahre 1784 folgende Aussage: "Die drei Mitzmoor Acker, so der Lieutenant Kettler wieder erhält, sind von dem geringsten Ertrag auf der Gaste" ( Quelle: Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, Bd. 4, S. 72). Der Grund für die mindere Flächenqualität liegt offenbar darin, dass die Gaste hier eine von Nord nach Süd verlaufende Rinne bildet, die vor dem Ausbau des Grabensystems zur Vernässung neigte.
Der Flurname "Mitsmoor" weist mit seinem GW deutlich darauf hin, dass als Folge der Vernässung anmooriger Boden entstanden ist. Das BW dürfte die mittige Lage der Flur, bezogen auf die gesamte Gaste, zum Ausdruck bringen.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. middel

„Middel- kennzeichnet als FlN-Bestandteil die Lage von Flurteilen zwischen zweien oder mehreren gleichartigen anderen, die eine Identifizierung über die Mittelposition von Parzellen ermöglichen. Da die Verhältnisse sich im Laufe der Zeit wandeln können, ist die Mittellage heute oft nicht mehr zu erkennen.



2. Moor

niederl. moer, „Moor, Morast, Sumpf, Torfmoor, sumpfiges morastiges Land“



Quellen:

Mietzner, Erhard, Die Flurnamen der Gemeinde Südlohn. Gesamtüberlieferung (1147-1989) und Namenerklärung, Vreden/Südlohn 1997, S. 209-210
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 615


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 17.08.2015

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