Osterender Gemeindeweide (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Osterender Gemeindeweide


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Osterender Gemeindeweide (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Die Gemarkung Nortmoor bestand bis Anfang des 19. Jahrhunderts aus den beiden Bauernschaften Nortmoor-Westende und Nortmoor-Ostende. Gemeinsam bildeten sie das Kirchspiel Nortmoor. Jede Bauernschaft verfügte über eine eigene Gemeinheitsweide. Die "Osterender Gemeindeweide" erstreckte sich östlich der Holtlander Straße und des Terwischer Weges in einem langen Streifen von der Kahlfeldstraße (Grenze zu Brinkum) im Norden bis zum Osseweg im südlichen Hammrich. Sie bestand etwa aus 180 ha und es waren daran 17 Bauern anteilsberechtigt. Allerdings konnte von dieser Fläche ein Anteil von etwa 17 ha im nördlichen Bereich zunächst nicht eindeutig zugeordnet werden, weil daran auch Brinkumer Bauern Weiderechte geltend machten. Dieses Problem wurde nach jahrelangen Auseinandersetzungen schließlich durch Gerichtsentscheid gelöst. Erst dann konnte die endgültige Teilung der Osterender Gemeindeweide im Jahre 1821 erfolgen. Im Teilungsplan wurden jedoch gemäß den Bestimmungen des Urbarmachungsediktes von 1765 auf Plaggenburg Grundstücke zur Gesamtgröße von 12,5 ha für Neuansiedlungswillige reserviert. Quelle: Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, 1995

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. gemeen

mnd. gemeine, gemene, gemên, „der Gemeinheit zugehörig; gemeinschaftlich, gemeinsam, ungeteilt, gesamt“; nnd. gemeen, „allgemein



2. Weide

mnd. weide, f., „Weide, Futter, Nahrung; Weideplatz“; nnd. Weide, Wei, f., „die Weide, Stelle, wo zum Abgrasen bestimmtes Futter für gewisse Haustiere wächst“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 52, 53; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 121
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 154


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 25.08.2015

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