Papenschloot (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Papenschloot


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Papenschloot (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Der "Papenschloot" begann früher in der Nähe der Pastorei, zog in gerader Linie nach Süden durch den Hammrich und mündete durch das Siel in die Jümme. Durch das Sielbauwerk, das ein Einströmen der Flut verhinderte, aber ein Ausströmen des Oberwassers bei Ebbe in die Jümme bewirkte, hatte der Papenschloot von jeher eine entscheidende Bedeutung für die Entwässerung der gesamten Nortmoorer Gemarkung, insbesondere jedoch für den tief liegenden Hammrich. Auf dem Weg nach Süden nahm der Papenschloot von Westen und Osten zufließende Gewässer auf, davon war der Sachschloot der wichtigste.
In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Entwässerung der Nortmoorer Gemarkung radikal umgestellt und in seiner Wirkung verbessert.Die entscheidende Maßnahme war dabei die Errichtung eines neuen Mündungsbauwerkes am Zufluss des Sieltiefs in die Jümme. Das Schöpfwerk verfügt seither über eine leistungsfähige Pumpe, die einen gleichbleibenden Wasserstand im gesamten Hammrich gewährleisten kann.
Der "Papenschloot" hat seinen Namen offensichtlich deshalb erhalten, weil er in der Nähe der Pastorei seinen Anfang nahm. Inzwischen wird das Gewässer jedoch "Nortmoorer Sieltief" genannt.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Pape

mnd. pāpe, m., „christl. Geistlicher, Priester“; nnd. Pape, m., „Pastor“. – „Hinweis auf zur Pfarre gehörigen Besitz.“



2. Schloot

mnd. slôt, m., n., „zwischen zwei Grundstücken gezogener Wassergraben; Entwässerungskanal, Abzugsgraben, Deichgraben an der Sohle des Deiches“; nnd. Sloot, „Graben zur Befriedigung [...] u. Abgrenzung von Ländereien u. auch zur Abwässerung derselben“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S.139
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 145


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 12.10.2015

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