Pillkamp (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Pillkamp


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Pillkamp (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Pillkamp ist die Bezeichnung für einen Ortsteil von Nortmoor. Er liegt zwischen der Ortslage Brunn im Norden und der alten Heerstraße von Leer nach Stickhausen, der heutigen Landesstraße 821 im Süden. Im Westen wird das Gebiet durch den Logabirumer Forst begrenzt, der heute einen Teil des Pillkamps einbezieht. Nach der Skizze des Ingenieurs W. Camp aus den Jahren 1807/08 bestand die Fläche zu einem Teil aus Gastenland, ein weiterer Teil war aufgeforstet und der Rest gehörte zur Gemeindeweide von Nortmoor-West.
Die ersten Kolonate entstanden hier um die Wende zum 20. Jahrhundert. Heute befinden sich am Pillkampsweg eine ganze Reihe von Wohnhäusern und östlich des Aalkampsweges ein geschlossenes Wohnbaugebiet.
Der Name Pillkamp ist deutlich älter als der Beginn der Besiedlung. Er wird bereits in einer Urkunde von 1741/42 als Flurbezeichnung erwähnt. Quelle: Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, Bd. 6, S.51/52.
Der Autor äußert sich dort auch zur Deutung dieses Namens und gibt an, dass nach seiner Auffassung "Pillkamp" mit "Gänseweide" zu übersetzen ist. Er belegt, dass in diesem Teil der Gemeindeweide Nortmoorer Interessenten das Auftriebsrecht für Gänse besaßen. Im plattdeutschen Sprachgebrauch sei das Wort "Pillen" für "Gänse" üblich gewesen. Möglicherweise ist diese Bezeichnung von den Lautäußerungen der Gänse abgeleitet worden, dem "Schnattern". Denn das niederdeutsche "pillern" wird von Doornkaat Koolman mit plaudern, schwatzen, klatschen und plappern übersetzt.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Pillern

plaudern, schwatzen, klatschen, plappern, faseln etc.



2. Kamp

mnd. kamp, m., „Landstück, insbes. eingefriedigtes Stück Landes, Weide- oder Ackerland, auch gehegtes Waldstück, [...] im allg. als Privatbesitz, [...] Feldstück von bestimmter, doch nicht festgelegter Größe“; nnd. Kamp, m., „ein mit einer Hecke oder mit einem Graben eingehegtes Stück Land, gleich viel, ob es Ackerland, oder Wiese, oder Waldbestand ist“



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 7/8
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 129


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 16.07.2015

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