Plaggenburg (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Plaggenburg


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Plaggenburg (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Anläßlich der Gemeinheitsteilung von Nortmoor-Ostende im Jahre 1821 wurde ein kleines Gebiet östlich der Holtlander Straße unmittelbar an der Brinkumer Grenze, das "Kahle Feld", für die Ansiedlung von Neuanbauern freigehalten. Der erste Siedler im Jahre 1840 war Focke Mansholt Focken. Er baute sich unmittelbar am Holtlander Heuweg seine erste Behausung. Der Volksmund hat überliefert, dass diese weitgehend aus Heideplaggen errichtet war. Und weil es in Nortmoor eine ganze Reihe allerdings fester Häuser gab, die etwas großspurig "Burgen" genannt wurden (Adamsburg, Klunderburg, Haneburg, Uhlenburg), entstand für diesen ersten Siedlerbau der Name "Plaggenburg". Quelle: Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, 1995, Bd. VII, Teil II, S. 4.
Nach diesem Anfang gesellten sich weitere Siedler hinzu. Gemäß Karte der Preußischen Grundsteuererhebung von 1874 sind insgesamt 6 Neugründungen nachgewiesen, die sich bis 1898 (Preußische Landesaufnahme) noch eine weitere vermehrt hat.
Die Bezeichnung für die erste Siedlerstelle "Plaggenburg" wurde schließlich für den gesamten Ortsteil übernommen. Inzwischen hat sich die Bebauung stark erweitert und es entstanden an der Kahlfeldstraße und an der neu geplanten Siedlerstraße ganze Neubaugebiete.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Plaggen

mnd. placke, m., „Stück e. Ganzen, Lappen, Fetzen“; nnd. Plack(en), m., „ein kleinerer Theil einer größeren Bodenfläche, ein kleines Stück“



2. Borg

mnd. borch, f., nnd. börg, „Burg“. In Ostfriesland auch die Bezeichnung für größere, außerhalb der Ansiedlung gelegene Bauernhöfe.



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 139
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 383; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 205


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 31.08.2015

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