Ruskewehr (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Ruskewehr


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Ruskewehr (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Westlich des Neuen Weges befindet sich im Süden des Sachschlootes die große Flur "Rüschwehren" oder "Ruskewehr". Sie reicht im Westen bis an die Gemarkungsgrenze zu Loga. Dieses große Gebiet war nach der Karte der Preußischen Grundsteuervermessung von 1870 noch nicht durch Gräben unterteilt, also noch nicht "abgegraben". Die einzelnen schmalen, langgestreckten Wiesenparzellen hatten keine in der Örtlichkeit erkennbaren Abtrennungen. Diese Wiesen wurden im Sommer von den einzelnen Besitzern abgeerntet und im Herbst in Absprache gemeinsam beweidet.
Das Gebiet war vor dem Ausbau des Gewässernetzes im Nortmoorer Hammrich sehr feucht und häufig kaum befahrbar. Die Bodenart ist Niederungsmoor mit einem Geländeniveau von kaum über Normal Null (NN).
Der Flurname bezieht sich auf eine hier früher verbreitet auftretende Pflanzenart, die Binse = niederdeutsch "Rüsche" oder "Rüske". Das Grundwort "Wehren" ist ein allgemeiner Ausdruck für "Ländereien".


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Rüske

Flatterbinse - Juncus effusus Liebt nasse Weiden, Ufer, Sümpfe, sehr häufig lästiges Unkraut, geht zurück durch Entwässerung, richtige Düngung und Mähen im Juli. Mähen nur bei nassem Wetter oder bei Frost, nur mit der Sense, nicht mit der Maschine, damit möglichst der Wurzelstock verletzt wird.



2. Wehr

afries. were f., „Dominium, Herrschaft; Besitz; … Land, Ländereien“; mnd. were, f., „Besitz; Land; Hausstätte; Wehr“



Quellen:

W. Meyer, J. v. Dieken, O. Leege, Pflanzenbestimmungsbuch für Oldenburg - Ostfriesland und ihre Inseln, Oldenburg 1937, S. 39
Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online- Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 2, 102


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 02.11.2015

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