Terwischer Sieltief (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Terwischer Sieltief


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Terwischer Sieltief (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Im Bereich des Nortmoorer Hammrichs befanden sich seit alters drei Siele mit den entsprechenden Hauptvorflutern, die das Oberflächenwasser zur Jümme hin abführten. Das "Terwischer Sieltief" ist das mittlere und verläuft zwischen dem Terwischer Weg und Rüscheweg in gerader Linie nach Süden. Dieses Sieltief entwässert den größten Teil des sogenannten "Holtlander Hammrichs" im Osten der Nortmoorer Gemarkung. In diesem Gebiet lagen auch große Teile des Grundbesitzes des Prämonstratenser-Klosters in Barthe. Dazu gehörte insbesondere das Vorwerk Terwisch, aber auch Wiesen, die zur sogenannten Münkeburg zu rechnen sind, einem offenbar zweiten Klostergut im Osten von Nortmoor. Da es wegen des Siels und des Weges zum Vorwerk Terwisch erhebliche Streitigkeiten mit den Nortmoorer Bauern gab, entschloß sich der Probst Johannes von Barthe im Jahre 1490 sowohl den Weg als auch das Siel auf eigene Kosten zu verlegen. Quelle: Paul Weßels, Barthe - Zur Geschichte eines Klosters..., Norden, 1997, Seite 57
Das Sieltief befindet sich noch heute in der damals gewählten Lage. Es hat jedoch infolge des Jümmedurchstiches im Jahre 1970 seine Funktion weitgehend verloren.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Wisch

mnd. wisch, wisk(e), f., „Wiese“; nnd. wiske, wisk, wisker, wiskerland, „Wiese, Wiesenland, niedrig gelegenes u. im Winter meist inundirtes Land, was meistens zum Heumachen und nur ausnahmsweise zum Beweiden benutzt wird“



2. Siel

mnd. sîl, m., „Siel, Vorrichtung, um Waßer zu stauen oder durchzulaßen, Schleuse“; nnd. sîl, „grössere od. kleinere mit Thüren od. einem sonstigen Verschluss versehene Schleuse zum Durchlassen od. Abfliessen des Binnenwassers“



3. Deep = Tief

mnd. dêp, n., „Fahrwasser, Fluß, Canal“; nnd. dêp, „Tief, Graben, Canal, kleiner Fluss“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 739; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 563
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 4, S. 206; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 182
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 506; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 293


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 05.09.2015

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