Unter dem Beykamp (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Unter dem Beykamp


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Unter dem Beykamp (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Es kann angenommen werden, dass sich der sogenannte "Beykamp" südlich der "Rabberey" auf Übergangsboden von Sand zu Anmoor" befand. Die Bezeichnung "Kamp" deutet darauf hin, dass diese Grundstücke in der Nähe des Heerweges (heutige L 821) bereits früh durch Gräben oder Wälle eingefriedigt und dem Besitz der einzelnen Heerde der Bauernschaft zugeordnet wurden. Der Ausdruck "Beykamp" weist auf die räumliche Nähe zu einer Hofstelle hin. Das Grundstück "Unter dem Beykamp" ist ein langer Geländestreifen vom Beykamp im Norden bis an den Sachschloot im Süden. Dieser war zunächst nicht mit Grenzgräben versehen und bildete mindestens bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts mit den benachbarten Hammrichflächen ein einheitliches Gelände ohne sichtbare Abgrenzungen (Quelle: Heinrich Erchinger, Ortsgeschichte Nortmoor, Bd. 6, S. 19). Seit dem Flurneuordnungsverfahren der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts hat der Hammrich eine völlig neue Struktur. Insbesondere durch den von Ost nach West verlaufenden Querweg wurden die langen Upstreeken unterbrochen und die Flächen leichter zugänglich. Außerdem wurde der im nördlichen Bereich ehemals stark verspringende sogenannte Nebenzugschloot (Erchinger) durch den in gerader Linie zum Sieltief verlaufenden Thesingschloot ersetzt. Im Ergebnis sind besser zu bewirtschaftende rechteckige Grundstücke entstanden. Die früheren Strukturen sind in der Örtlichkeit weitgehend nicht mehr erkennbar.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. bey, bi

„bei (zu, hin, hinzu, an, neben, in, um etc.)“



2. Kamp

mnd. kamp, m., „Landstück, insbes. eingefriedigtes Stück Landes, Weide- oder Ackerland, auch gehegtes Waldstück, [...] im allg. als Privatbesitz, [...] Feldstück von bestimmter, doch nicht festgelegter Größe“; nnd. Kamp, m., „ein mit einer Hecke oder mit einem Graben eingehegtes Stück Land, gleich viel, ob es Ackerland, oder Wiese, oder Waldbestand ist“



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 160
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 129


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 12.10.2015

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